Polizist fühlt sich durch Kameramann provoziert

Thursday, June 18th, 2009 | frisch aus dem Netz

In meinem Heimatort Geldern kam es am Dienstagabend zu einem Badeunfall. Eine Frau ist aus bislang unbekannten Gründen in einen See gestürzt. Die nachfolgende Rettungsaktion wurde durch einen Kameramann gefilmt.

Ein Polizist wollte dem Kameramann das Filmen verbieten, dabei wurde der Kameramann niedergestoßen. Die Kamera fiel dabei zu Boden; Ton ist in dem Video allerdings noch zu hören.

Aus einem Bericht der regionalen Zeitung ist zu entnehmen, dass der Kameramann eine Dreherlaubnis des Einsatzleiters hatte.

Die Kreispolizeibehöre hat bereits ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet. Gestern wurde in Brisant auf der ARD über den Fall berichtet.

Leider hat der Kameramann das Video nicht auf YouTube oder einer anderen Videoplattform veröffentlicht, auf seiner Homepage findet sich das Video im WMV-Format.

Update: Das Video findet sich doch auf YouTube.

via Niederrhein Tipps

10 Kommentare to Polizist fühlt sich durch Kameramann provoziert

Kim
June 18, 2009

Also DAS is schon allerhand, was da abging… Warum kann man nicht zuerst nachfragen, ob eine Dreherlaubnis vorliegt? Ich verstehe die Welt nicht. Jetzt ist natürlich irgendwo auch klar, dass die Polizei, angeblich “dein Freund und Helfer” in der Öffentlichkeit immer wieder eher schlecht davon kommt – wenn wir in Deutschland mehr von dieser Sorte haben, ist der Grund sicherlich dort zu suchen.

Puh
June 18, 2009

Sieht schlimm aus, aber Drehgenehmigung hin oder her, so hat sich der Kameramann trotzdem den Weisungen der Polizeibeamten vor Ort zu fügen.

Für mich stellt sich das folgendermaßen dar: Der Polizeibeamte gibt dem Kameramann mehrfach Weisungen, deren er nicht nachkommt, sondern stattdessen aggressiv und patzig Widerspricht. Der Kameramann hätte ja auch ruhig und sachlich bleiben können und sagen können dass er eine Dreherlaubnis beim Einsatzleiter eingeholt hat. Wie aber schon gesagt ist eine Dreherlaubnis kein Freischein sich den Weisungen eines Polizeibeamten zu widersetzen.
Nachdem der Kameramann nun mehreren Aufforderungen des Beamten nicht nachgekommen ist, hat der beamte versucht diesen zurückzudrängen. Dabei ist der Kameramann offenbar gestolpert. Man könnte auch behaupten er habe sich fallen lassen, das kann weder auf dem Video sehen, noch wird es zeugen geben die dieses eindeutig bezeugen können dass es genau so war und nicht anders.

Hat jemand mal darüber nachgedacht, dass der Kameramann hier eine Show abgezogen hat um an eine interessante Story zu kommen? Ich will ihm das nicht unterstellen, aber ich halte es immerhin für möglich und würde auch dieses nicht vollkommen ausschließen!

Allein die Tatsache, dass ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet wurde, bedeutet nicht dass dieser auch schuldhaft gehandelt hat.

Nach dem was ich auf dem Video sehen kann, kann ich dem Beamten keinen Vorwurf machen, er hat nur seinen Job gemacht. Klar hätte das ganze auch besser gelöst werden können, aber dazu hätte der Kameramann auch etwas kooperativer sein müssen und weniger aggressiv.

Rio
June 18, 2009

Ja, da hast du durchaus recht. Es schwingen zu viele Variablen mit, die hier nicht klar geklärt werden können. Wenn der ne Show abziehen wollte, is der ja schön dumm, da alleine aufzutauchen. Ich allerdings an des Polizisten Stelle hätte mir erstmal mindestens einen Kollegen als Zeugen begeholt. Der ist doch recht schnell ausgeflippt, sollten Polizisten eigentlich geschult sein, solche Situationen nicht unbedingt eskalieren zu lassen.

Schuldlos an der Endsituation scheint mir keiner so richtig zu sein.

infogurke
June 18, 2009

Wenn man aber bedenkt, dass es sich da um eine ziemlich ruhige Rettungsaktion handelte, hätte der Polizist sicherlich anders reagieren müssen.

Dessen ungeachtet hätte der “Pressevertretet” kooperativer sein können.

Bei 0:40 bittet der Polizist den Typ die Kamera kurz herunter zu nehmen, wenn die Helfer die verletzte Person in den Hubschrauber tragen. Darauf sagte der Kameramann etwas in der Art: “das macht ja nichts, das brauch ich ja”.

Puh
June 18, 2009

Ja eben, schuld haben irgendwie beide, aber der Beamte ist und bleibt im Recht. Wo kämen wir hin, wenn keiner mehr auf die Polizei hört und stattdessen patzig Widerworte gibt?

Gigo
June 18, 2009

Dennoch hat der Polizist das Gesetz zu respektieren. Das wird auch das Hauptargument des Reporters sein. Schliesslich hat er einen Schwur auf das Grundgesetz geleistet und kann nicht einfach sagen: Pressefreiheit? Na und? Ich bin der King hier im Ring und muss mich vor meinen Kollegen beweisen.

Falls der Kameramann nur ein Show abgezogen haben sollte, hat er es sehr intelligent gemacht und wird dem Polizeibeamten trotzdem “ans Bein pinkeln” koennen.

Puh
June 18, 2009

Wenn ich mir die Internetseite und den Text von Herrn Wiebold ansehe, dann wird mir schnell klar dass dieses keinesfalls ein anständiger Journalist ist. Der Text ist gespickt mit Übertreibungen und Kraftausdrücken und es wird nicht mal erkenntlich wer diesen Text geschrieben hat, das ist kein Journalismus sondern Schund.

Spätestes am “Haftungsausschluss” im Impressum wird jedem klar, dass Herr Wiebold selbst keine Ahnung von deutschen Recht und Gesetz hat, aber sich darauf berufen will er. Die ganze Seite ist eine Lachnummer.

Nik
September 22, 2009

Erschreckend wie wenig hier was auf’s Grundgesetz gegeben wird Artikel 5 Abs. 1.

Es ist ja nicht so, dass der Kameramann den Einsatz behindert hätte. Somit steht es dem Polizisten nicht zu dem Kameramann Weisungen zu erteilen. Was er über die Freiheit der Presse denkt hört man ja noch auf dem Band und da erübrigt sich ja wohl jeder Kommentar.

Flüge Bangkok
January 7, 2010

Guten Tag,

ich habe den Bericht im Internet gefunden- ich war ziemlich erschüttert:

http://www.rp-online.de/niederrheinnord/geldern/nachrichten/geldern/Polizei-attackiert-Kameramann_aid_721165.html